Theoretische Grundlagen (2)
Datenbanksemantik (DBS)
Die Datenbanksemantik ist das erste und bis jetzt das einzige Regelsystem, das die Sprachinterpretation und Sprachproduktion als "turn-taking", d.h. mit der Fähigkeit des kognitiven Agenten zwischen dem Hörer- und Sprecher-Modus zu wechseln, rekonstruiert. Diese Rekonstruktion des Kommunikationsablaufs basiert auf zwei Neuerungen:
- Der Algorithmus der Linksassoziativen Grammatik (LA-Grammatik): Die LA-Grammatik basiert auf dem Prinzip der möglichen Fortsetzungen. (im Gegensatz zu Algorithmen der Phrasenstrukturgrammatik und der kategorialen Grammatik, die auf dem Substitutionsprinzip beruhen) Die Modellierung der möglichen Fortsetzungen entspricht der zeitlinearen Struktur der natürlichen Sprache und ermöglicht, den Prozess des Sprecherwechsels als eine Interaktion von drei Typen der LA-Grammatik - LA-hear, LA-think, und LA-speak - zu behandeln.
- Die Wortbank- Datenstruktur: In der Wortbank werden die Propositionsinhalte als eine Menge von bidirektional verzeigerten Proplets gespeichert. Ein Proplet ist ein Propositionselement und hat die Form einer flachen (nichtrekursiven) Merkmalstruktur. Die auf diese Art und Weise gespeicherten Inhalte, als Mengen von Proplets, sind besonders gut geeignet zum Speichern und Abfrage in einer Datenbank und zum Durchführen des benötigten Musterabgleich bei der Anpassung der Ebene der grammatischen Regeln bzw. der Kontextebene zur Ebene der Sprache.
Rundgang
Next: Morphologie-Dokumentation